Cannabis! Tipps für Eltern!

Drogen gab es immer und wird es immer geben. Deswegen ist es besonders wichtig, jungen Menschen etwas mitzugeben, was ihnen hilft, möglichst kritisch und selbstverantwortlich mit diesem Thema umgehen zu können.

 

Wann sollten Eltern spätestens reagieren?

  • Geruch von Zigarettenrauch an Kleidung oder im Zimmer
  • Nachlassen schulischer Leistungen /schlechte Zeugnisse
  • Vernachlässigung von Aufgaben und Hobbies
  • Stärker auftretende Antriebslosigkeit und Gleichgültigkeit
  • Wechselnder Freundeskreis bzw. weniger Freunde
  • Weniger Sozialleben
  • Gesprächsführungen werden schwieriger, werden abgebrochen oder verweigert
  • Extreme Stimmungsschwankungen und Gereiztheit
  • Ansteigender Geldbedarf

 

Wie können Eltern und andere Haupterziehende Kinder vor Drogensucht schützen?

Wenn ein Kind sich selbst vertraut und respektiert, braucht es nicht auf Drogen auszuweichen! Es kann auch schnell NEIN sagen, wenn es sich bei einer Sache nicht wohl fühlt.

Ein selbstbewusstes Kind muss nicht überall mitmachen, nur weil es die Clique bzw. deren Gruppendruck verlangt. Aber diese Entscheidungsstärke muss ein Kind früh erlernen. D.h., dass man als Eltern ein NEIN seines Kindes auch mal akzeptieren muss, damit das Kind lernt, dass ein Nein auch eine Wirkung erzielt. Nur so ist dann auch ein Nein bei Drogenkonsum unter Gleichaltrigen möglich.

 

Altersgerecht

über Cannabis zu sprechen bedeutet bei Kindern und Jugendlichen, das anzusprechen, was sie wissen möchten und sie nicht zu überfordern. Fragen Sie Ihr Kind auch, warum es sich für dieses Thema interessiert. Manchmal hat das Interesse Ursachen, die man auch besprechen sollte.

Nicht nur für Sie als Eltern, auch für Jugendliche ist es nicht leicht, über alles zu sprechen: Bei Tabuthemen wie z.B. „Drogen“ geschieht es häufig, dass Scham ein Gespräch verhindert – und nicht der Wunsch, etwas zu verbergen! Gehen Sie mit solchen Grenzen behutsam um und erzwingen Sie nichts!

Machen Sie bei guten Gelegenheiten Gesprächsangebote, aber reagieren Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Kind nicht (sofort) darauf einsteigt. Wenn aber offensichtlich Schwierigkeiten bestehen, müssen Sie stärker auf eine Klärung der Situation drängen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, kann es sinnvoll sein, nach einer Fachstelle für Suchtvorbeugung, einer Drogen- und Suchtberatungsstelle oder einer Erziehungsberatungsstelle zu suchen.

Andererseits sollten Sie auch dann über Cannabis sprechen, wenn sie selbst denken, dass es gut wäre. Zum Beispiel, wenn sie sehen, dass ihr Kind beginnt, sich mehr an Gleichaltrigen zu orientieren. Oder wenn Sie erfahren, dass das Thema Cannabis auch in der Schule angesprochen wird. Steigen Sie in solche Gespräche ein, indem Sie zuerst erklären, warum es Ihnen wichtig ist, darüber zu sprechen.

 

  • Überlegen Sie wann, wo und wie eine Ansprache zur Gesprächsführung optimal sein könnte. Eine ruhige, entspannte Gesprächssituation schaffen.
  • Hören Sie dem Kind konzentriert zu und lassen Sie es ausreden!
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Verständnis haben und zu jeder Zeit Ansprechpartner sein werden!
  • Niemals überreagieren oder drohen! (sonst verlieren sie den Status des Gesprächspartners)
  • Nicht nur über Cannabis reden. Zeigen Sie auch Interesse an anderem (Freunde, Schule, Hobbies, Pläne, usw.)
  • Seien Sie über Drogen informiert und beziehen Sie eine klare Haltung! (Cannabis ist nicht ok!)
  • Machen Sie dem Kind deutlich, dass Cannabiskonsum nicht toleriert wird!
  • Schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen und lassen Sie ihm auch Freiräume! (stärkt das Vertrauen)
  • Seien sie als Eltern immer ein gutes Vorbild. Das fängt beim Alkohol- und Tabakkonsum an, geht über die Ernährung bis zur Bewegung. Das zeigt jungen Menschen, dass Spaß und ein gutes Lebensgefühl nicht durch Drogen erzeugt werden, sondern durch eine aktive, bewusste Lebensführung!
  • Seien sie glaubwürdig. Lügen und Verstellen spüren Kinder sofort!

 

Gespräche fallen leichter, wenn Sie diese mit Respekt führen und keine Anschuldigungen vorbringen. Sprechen Sie das aus, was Ihnen wichtig ist, was Ihnen auffällt oder was Sie bedrückt. Folgende Einstiege in Gespräche können diese Grundhaltung widerspiegeln:

  • „Es ist mir wichtig zu erfahren, wie es dir geht.“
  • „Ich möchte mit dir darüber sprechen, dass ich mir Sorgen mache.“
  • „Ich möchte, dass wir zusammen einen Weg finden, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden.“

 

Reduzieren Sie die Rolle der Jugendlichen nicht darauf, dass sie gehorchen müssen. Es ist leichter und angemessener, gemeinsam einen Weg zu suchen und diese in die Verantwortung einzubinden. Allerdings ist es auch wichtig, klare Grenzen zu setzen.

 

Sich Wissen aneignen:

In jedem Fall ist es wichtig, dass Eltern sich über die Substanz, über ihre Wirkung und Risiken informieren und eine klare Haltung einnehmen. Dies hilft, Gespräche leichter zu machen, weil Wissen Ängste abbauen kann, für wichtige Themen sensibilisiert und kompetent macht. Es geht aber nicht in erster Linie darum, seinen Kindern Wissen zu vermitteln. Vielmehr steht im Zentrum, wie die Kinder Cannabis wahrnehmen und was es in ihrem Leben bedeutet.

 

Ein gut entwickeltes Selbstwertgefühl ist ein guter Schutz vor Suchtentwicklungen!

Das ist vorhanden, wenn ein Kind sich z.B. Folgendes mit JA beantworten kann:

  • Bin ich zufrieden?
  • Fühle ich mich meistens gut?
  • Werde ich gemocht?
  • Bin ich wertvoll?
  • Bin ich OK so wie ich bin?
  • Freue ich mich auf die Zukunft?
  • Komme ich mit Freunden und in der Schule gut zurecht?

 

Das Selbstwertgefühl von Kindern steigern durch:

  • Wertschätzung
  • Liebe, Zuneigung, Zeit und Interesse
  • Unterhaltungen, Gespräche, Zuhören,
  • Zeit aufwenden
  • Zusammen Spaß und Freude haben
  • Selbstständigkeit und Entscheidungsfreude fördern (ein Kind muss merken, dass es etwas kann, etwas schafft, etwas erreicht – auch allein)
  • Machen lassen – nicht ALLES abnehmen
  • Zeigen, dass Misserfolg zum Leben gehört (Fehler sind normal)
  • Ermöglichen Sie Ihren Kindern, neue Freunde oder Bekannte   zu finden
  • Förderung besonderer Fähigkeiten (Hobbies ausprobieren)
  • Hilfestellung bei Defiziten
  • Nicht mit anderen Kindern vergleichen
  • Respekt gegenüber den Bedürfnissen des Kindes
  • Förderung sozialer Kompetenzen (Ausreden, Helfen, Teilen, usw…)
  • Perfektionismus vermeiden (niemand ist das – besonders die Eltern nicht)
  • Zeigen Sie, dass man nicht immer der/die Erste/Beste sein muss
  • Freundlichkeit im Umgang miteinander (auch Eltern unter sich)

 

Junge Menschen, die an sich glauben und gelernt haben, Probleme zu bewältigen, schaffen das auch leichter, wenn es im Freundeskreis plötzlich um Drogen geht! Seien sie bemüht, ihr Kind zu sportlichen, musikalischen oder sonstigen kreativen Aktivitäten anzuregen und zu motivieren. Achten sie darauf, dass sie dabei auch ein glaubwürdiges Vorbild sind. Gute Ratschläge vom Sofa aus zu geben, würde ihr Kind eher belächeln! Nutzen sie jede Möglichkeit, in denen sich Gespräche ergeben können. Diese Momente werden in der Pubertät naturbedingt durch den einsetzenden Abnabelungsprozess seltener.  

 

Eltern sind auf dem richtigen Weg, wenn Kinder oder Jugendliche ihnen davon auch noch erzählen!

Tipps, Ratschläge, Beratung und Unterstützung:

www.elternberatung-sucht.de
bieten Infos und Beratung für Eltern bei Suchtgefährdung von Kindern und Jugendlichen

www.schulpsychologie.de
bietet Infos zum Thema „Rauschmittel und Schulprobleme“. Nach Bundesländern geordnet.


 

Telefon

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenfrei)

bietet erste Klärung und Handlungshinweise für ein weiteres Vorgehen bei verschiedenen Problemen